Alchemilla – Frauenmantel

Alchemilla vulgaris/xanthochlora – Frauenmantel

Für mich ist der Frauenmantel eine wunderschöne Pflanze.
Ich liebe an ihr, wie ihre Blätter so akkurat gefaltet sind und wie sie sich entfaltet, wie die Wassertropfen am morgen wie eine Perlenkette in Sternenform am Blattrand stehen und in der Sonne schimmern, die weichen Härchen und die Blüten die wie kleine Sterne aussehen.
Sie wird als Heilpflanze (Alchemilla vulgaris/xanthochlora) verwenden und sie sieht auch wunderschön im Garten und in Blumensträußen aus (Alchemilla mollis).
Der Frauenmantel ist kein Kleidungsstück, sondern er ist ein Mantel, ein Schutz für die weiblichen Bedürfnisse der Frauen in allen Abschnitten des Lebens.
So findet er seit langem in der Volks- und Erfahrungsheilkunde Anwendung.

Seinen Namen hat er den Alchemisten zu verdanken. Sie verwendeten die Tropfen (himmlisches Wasser), die am Morgen am Blattrand stehen, als Perle in der Mitte des trichterförmigen Blattes zusammenlaufen und irrtümlich als Tau bezeichnet werden, zur Herstellung des Steines der Weisen.
Dieses Wasser ist kein normales Wasser, sondern der Frauenmantel nimmt die Feuchtigkeit aus der Erde durch die Wurzel auf, reichert sie mit wasserlöslichen Stoffen wie Zucker, Mineral- und Nährstoffen etc. an und scheidet diese Wasser am Ende des Blattes, an den Blattzipfeln über Wasserspalten (passive Hydathoden) in der Nacht aus.
Diesen Prozess nennt man Guttation.

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Diese Guttationstropfen führen zum Namen Sinau (Sinn-Tau = Immertau).
Daher hat er auch viele andere Namen die auf der Vermutung, dass es Tau sei zurück gehen, wie zum Beispiel Taubercherl (bayr.-österr.), Tauschüssli (Graubunden). Das Wort Mantel steckt in anderen Namen drin, wie zum Beispiel Frauenmäntli (Schweiz), Jungfernmantel (Steiermark) und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der gefalteten Blätter mit mittelalterlichen Mariendarstellungen mit ihren gefalteten Mänteln.

Der Frauenmantel gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und ist eine Venuspflanze, denn die Venus herrscht im Körper über die Gebärmutter.
In der Frauenheilkunde wird der Frauenmantel für alle Belange der Frauen eingesetzt, wie zum Beispiel innerlich bei Menstruationsstörungen, vor und nach der Geburt, zur Förderung der Milchbildung, Wechseljahresbeschwerden, leichte Magen-Darm-Katarrhe und unspezifische Durchfallerkrankungen.
Äußerlich wird er zum Beispiel eingesetzt zur Wundbehandlung, bei Ausfluss junger Mädchen, zum Gurgeln bei Mundschleimhautentzündung oder Angina.

Die Guttationstropfen im Schoß des Blattes deuten auf eine Mondsignatur hin.
(Guttationsprozess gleicht dem Gebären)

Phylak Sachsen (Spagyrik)

Alchemilla verwandelt unsere begrenzten und „in der täglichen Routine festgefahrenen" Wege in einen Prozess der Öffnung gegenüber dem Leben.

Quellen

Praxisbuch der modernen Pflanzenheilkunde, Ursula Bühring
Die Sprache der Pflanzenwelt, Svenja Zuther
http://dx.doi.org//10.1055/s-0033-1345625
www.vorsichtgesund.de/glossary/frauenmantel-alchemilla-vulgaris
www.pekana.de/spagyrik/signaturenlehre/artikel-23.htm
www.phylak.de/infos/neuigkeiten/68-frauenmantel-alchemilla-vulgaris
http://www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/alchemilla.html